Der Sabbat. Leben nach Gottes Rhythmus

Glaubensvoll leben

Ich bin die Auferstehung und das Leben (Johannes 11, 25)

Jesus ist schon erstaunlich. Er passt in keine menschliche Kategorie und auch in kein frommes Gedankengebäude. Er entzieht sich menschlichen Erwartungen und ist doch ganz vertrauenswürdig. Er steht zu seinem Wort. Auf ihn ist Verlass, auch wenn Er sich ganz anders verhält, als wir es erwartet hätten. Er wird seine Verheißungen und Zusagen erfüllen. Auch wenn Er dies auf eine ganz unerwartete Art und Weise tut, die uns überrascht, emotional herausfordert und unsere Geduld auf die Probe stellen mag. Die Schwestern von Lazarus und seine Jünger hatten dies hautnah erlebt (vgl. Joh 11). Bevor Jesus seinen Freund Lazarus von den Toten auferweckte, durchlebten sie eine emotionale Achterbahnfahrt aus enttäuschten Erwartungen, theologischen Missverständnissen und persönlicher Verwirrung. Jesus war so ganz anders, als sie es sich erhofft hatten. Aus der Perspektive seiner Jünger verhielt sich Jesus ganz anders, als Er sollte und brachte sie damit alle in Gefahr. Trotzdem entschieden sie sich ganz bewusst, bei ihm zu bleiben (V. 16). Auch die Schwestern von Lazarus verstanden Jesus nicht, und doch suchten sie seine Nähe, denn dort erlebten sie Geborgenheit und Trost – auch wenn noch manche geistlichen Fragen für sie ungeklärt waren.

Mir macht diese kurze Episode Mut, in unserer heutigen Zeit glaubensvoll zu leben. Jesus mag sich anders verhalten, als ich es mir wünsche. Nicht all sein Reden in und durch Corona mag ich zum jetzigen Zeitpunkt völlig verstehen, aber ich bleibe bei ihm und den Geschwistern, denn Er ist vertrauenswürdig und Er hat uns zusammengestellt. Er schenkt Trost, Zuversicht und Hoffnung. Er ist die Auferstehung und das Leben. Er ist das Licht der Welt, das alle Dunkelheit erhellt und durch alles Nicht-Verstehen hindurchstrahlt. Er öffnet die Tür zu einer Zukunft, die in seiner Hand geborgen ist.

Antwort des Glaubens auf Herausforderungen

„Der Sabbat – Leben nach Gottes Rhythmus“ mag auf den ersten Blick ein erstaunliches Thema für eine Allianzgebetswoche sein. Und doch ist es hochaktuell. Es ist eine Antwort des Glaubens auf unsere heutigen Herausforderungen. Und es ist das Bekenntnis, dass wir Kinder eines vertrauenswürdigen himmlischen Vaters sind. Indem wir in Gottes Rhythmus leben, bekennen wir ihn als unseren Herrn, auch wenn wir – wie die Jünger und die Schwestern von Lazarus damals – seinen Zeitplan im Moment nicht verstehen mögen. Wir bekennen seine Gebote als gute Lebensordnungen, die gelingendes Leben ermöglichen, auch wenn sie in den Augen von Zeitgenossen antiquiert und unverständlich erscheinen mögen. Im gemeinsamen Beten schöpfen wir Hoffnung, weil wir uns auf unseren wiederkommenden Herrn ausrichten, der alles in Händen hält.

In der Vorfreude auf unser gemeinsames Beten grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen eine gesegnete Gebetswoche.

Dr. Reinhardt Schink

Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland