Weinen, Freude & Hoffnung

auf den Messias

Gedanken zu einem zentralen Bibeltext der Freude: 1. Petrus 1,3-12

Leider gab es kaum Zeiten in der jüdischen Geschichte, in denen wir nicht gelitten haben. Das Leiden zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Geschichte. Seit unser Urvater Abraham erwählt wurde, ist das  Leiden unser Schicksal. Aber auch im Leiden gibt es immer Hoffnung für unser Volk. Jüdische Musik spiegelt unsere Kultur, „unsere Seele“ wider. Bei asch-kenasisch-jüdischer Musik merken wir etwas besonderes  über die jüdische Seele. Bei jüdischer Klezmer-Musik weint und lacht die Geige zugleich. Sie kann lachen bei all dem Leiden der jüdischen Geschichte. Denn es gibt ein Bindeglied zwischen Weinen  nd Lachen: Hoffnung. Seit Jahrtausenden hoffen wir auf die Wiederherstellung Israels in dem verheißenen Land, das Kommen des Messias, die Auferstehung. Die Nationalhymne Israels heißt „Hatikwa“: „die Hoffnung“. Interessant ist: In der Hymne geht es nicht um das Israel von heute, sondern um die Zukunft. Sie klingt irgendwie traurig, beinhaltet aber Hoffnung. Eine jüdische Weisheit sagt: „Solange die Erde unter mir  ist und nicht über mir, gibt es Hoffnung.“ Deshalb ist die Nationalhymne, die jüdische Liturgie und jüdische Musik voller Weinen und Lachen. Und dazwischen steht als Bindeglied die Hoffnung. Der Apostel Petrus  war auch Jude und schrieb typisch jüdisch. Er glaubte und hoffte auf die Wiederherstellung Israels. Deshalb schrieb er auch an damalige „messianische Juden“ und andere, die sich ihnen angeschlossen hatten, über die Hoffnung – nicht für heute, sondern für die Zukunft. Die Hoffnung ist eng mit dem Glauben verbunden. Was ist es für eine Hoffnung? Wir sind berufen zu einem unvergänglichen Erbe – aber das Erbe wird erst zu der Endzeit offenbar. Es wird für uns aufbewahrt und auch wir werden für das Erbe aufbewahrt. Als ich Jeschua (Jesus) kennenlernte, habe ich ein Erbe zugesagt bekommen. Mein Erbe wartet bei Gott   sicherer auf mich als bei jeder Bank in Deutschland. Wenn das Erbe und die Hoffnung darauf aber in der Zukunft liegen: Was haben wir dann jetzt? „Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen“ (Vers 6). Das ist unser  Heute, unser Leben jetzt: Probleme, Leiden, Krankheiten, Anfechtungen. Aber trotzdem gibt es Freude. Warum? Weil es Hoffnung gibt. Jetzt können wir ihn noch nicht von Angesicht zu Angesicht sehen. Wir glauben an ihn und lieben ihn, obwohl wir ihn nicht gesehen haben. Aber eines Tages werden wir vor ihm stehen. Die Hoffnung auf ewiges Leben, unser Erbe im Himmel, die Wiederherstellung Israels und die Wiederherstellung von uns allen. Dafür lohnt es sich zu leben. Und zu leiden. Und wenn dann Jeschua wiederkommt, wird unsere Vorfreude in unaussprechliche Freude verwandelt werden (1. Petrus 1,8

Wladimir Pikman

ist messianischer Theologe und leitet den Beit-Sar Shalom Evangeliumsdienst

Hintergründe und Impulse

Wie wäre es mit einer jüdischen Schabbatfeier?

2019/1 EiNS-Magazin

Der Jude Jesus
Wie nah sind sich Christen und Juden?

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Ein Schabbat-Essen in Jerusalem

Der Blick von außen: Ein Schabbat-Essen in Jerusalem - Artikel von Mirjam Holmer in EiNS 1/2019 "Der Jude Jesus - Wie nah sind sich Christen und Juden?"

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Der Sabbat und die Bundestreue

Überlegungen zu 2. Mose 31 aus messianisch-jüdischer Sicht
Artikel von Wladimir Pikman (messianischer Theologe und Leiter von Beit Sar Shalom Evangeliumsdienst e.V. und Mitglied im EAD Hauptvorstand ab 2022)

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Sabbat – Gottes verschmähtes Geschenk?

Der Sabbat aus adventistischer Perspektive - Artikel von Dr. Rafael Schäffer
(c) Aufatmen 3-2021

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