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Sie alle beteten anhaltend und einmütig miteinander. Auch eine Gruppe von Frauen war dabei, unter ihnen Maria, die Mutter von Jesus; Jesu Brüder gehörten ebenfalls dazu
Apostelgeschichte 1,14 (NGÜ)
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Meditation
Wir leben in einer Zeit endloser Verhandlungen. Einheit wird oft als Ergebnis von Dialog, Kompromissen und gemeinsam anerkannter theologischer Aussagen angesehen. Doch die Entstehung der Kirche, wie sie in der Apostelgeschichte bezeugt ist, zeigt eine ganz andere Realität: Geistliche Einheit entsteht aus der Anbetung des dreieinigen Gottes. Nicht wir schaffen die geistliche Einheit (und schon gar nicht ist sie Ergebnis unserer Verhandlungskünste), sondern sie ist eine von Gott geschaffene Realität. Wir leben sie, indem wir uns gemeinsam vor dem ewigen Gott beugen und ihn anbeten.
Apostelgeschichte 1,14 schildert eine vielfältige Gemeinschaft – Männer und Frauen, Verwandte von Jesus und weitere Jünger. Ehemalige Fischer, ein Freiheitskämpfer und ein Zöllner. Privilegierte und sozial Ausgegrenzte. Angesichts dieser Mischung gab es gesellschaftlich betrachtet viele Gründe für Missverständnisse, Uneinigkeit und Spannungen. Und doch waren sie «einmütig». Das Geheimnis? Sie schauten nicht auf sich, ihren Status oder ihre politisch-theologische Meinung, sondern auf Gott. Nicht sie standen im Mittelpunkt, sondern er. Wo Christen sich gemeinsam vor Gott beugen, können sie nicht mehr Stolz, Konkurrenzdenken oder eigene Positionen aufrechterhalten. Deshalb ist Einheit nicht der kleinste gemeinsame Nenner, sondern der grösstmögliche: Es ist die Fokussierung auf Jesus Christus, den auferstandenen und wiederkommenden Herrn.
Das gemeinsame Gebet ist gelebter Glaube und Ausdruck der Einheit. Wir wenden uns an den lebendigen Gott, der handelt und seine Gemeinde baut. Deshalb ist das Gebet kein Randthema christlicher Gemeinschaft, sondern ihr Herzschlag. Wenn wir Gottes Souveränität ernst nehmen, wird das gemeinsame Rufen zu ihm zu unserer wichtigsten gemeinsamen Tätigkeit. Im Gebet erfahren wir nicht «nur» Trost oder tauschen Anliegen aus. Die ersten Christen beteten, weil sie auf Gottes Wirken angewiesen waren und für ihren Auftrag zugerüstet werden wollten. In der Gegenwart Gottes wird die Gemeinde auf ihre Sendung vorbereitet. Wer gemeinsam mit einer Stimme zu Gott spricht, kann auch glaubwürdig in die Welt hineinwirken.
Die Geschichte der Evangelischen Allianz erin nert uns daran: Programme ändern sich und Strategien müssen angepasst werden. Bleibend notwendig ist die Abhängigkeit von Gott. Möge unsere Einheit deshalb immer wieder im gemeinsamen Gebet genährt und in der Anbe tung vertieft werden.
Reflexionsfragen
- Ist es mir ein Herzenswunsch, Einheit zu leben? Freue ich mich darauf, mit Geschwistern einmütig und anhaltend gemeinsam zu beten?
- Welche gemeinsamen Projekte, Einsätze und Gebetstage haben wir in den letzten Jahren als Ortsallianz erlebt?
- Welche Gemeinden sind in den letzten Jahren zu unserer Ortsallianzarbeit dazugekommen? Welche Gemeinden haben sich aus der Ortsallianz zurückgezogen oder sind (noch) nicht dabei?
So können wir beten
Lob & Dank
- Vater, wir danken dir, dass Einheit das Werk deines Geistes ist und nicht das Ergebnis menschlicher Übereinkünfte.
- Herr Jesus, wir danken dir, dass wir durch einen Glauben, ein Evangelium und einen Herrn miteinander verbunden sind.
- Wir danken dir für deine Treue während all dieser Jahre der Allianz und des gemeinsamen Zeugnisses.
Buße
- Vergib uns unseren persönlichen und konfessionellen Stolz.
- Vergib uns, wenn es uns wichtiger war, Recht zu haben, als in Einheit zu leben.
- Vergib uns, wenn wir mehr auf Strategien vertraut haben als auf beharrliches Gebet.
- Vergib uns, wenn das Gebet in unserem Leben und unserer Mission nur eine Nebenrolle gespielt hat, statt im Mittelpunkt zu stehen.
Fürbitte
- Schenke uns, Herr, eine Gesinnung, die durch deinen Geist gewirkt ist.
- Lehre uns, gemeinsam im Gebet auszuharren, in Demut und Abhängigkeit von dir.
- Verankere unsere Einheit fest in der Wahrheit deines Wortes.
- Lass uns als Menschen bekannt sein, die deine Ehre über ihre eigenen Interessen stellen.
Praktische Tipps
«Einmütig» meint im Griechischen «die gleiche Leidenschaft/Sehnsucht». Zeichnet zwei sich überlappende Kreise. Worin seid ihr euch sicher, dass ihr als Christen vor Ort die gleiche Leidenschaft habt? Schreibt eure Gedanken in den überlappenden Bereich. Wo unterscheidet ihr euch, unterscheidest du dich von anderen Christen in eurer, deiner Sehnsucht? Schreibt das in die getrennten Flächen. Betet gezielt für «Dein Reich komme, dein Wille geschehe».