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So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!
2. Korinther 5,20
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Meditation
Wer Versöhnung erlebt hat, weiss, wie kostbar sie ist. Versöhnung zwischen Menschen ist not wendig, wenn eine Beziehung zerbrochen ist. Die Ursachen können vielfältig sein und reichen von Nichtbeachtung, zerbrochenem Vertrauen, über Verletzungen bis zu Ausbeutung, Unterdrückung und Missbrauch. Betroffen sein können einzelne Personen wie auch ganze Gruppen. Konkrete Worte und Handlungen haben das Gegenüber verletzt, Schuld ist entstanden.
Betroffene können sich dem Schmerz stellen, ungefragt Vergebung zusprechen und damit zur Ruhe kommen. Versöhnung jedoch ist mehr! Dafür müssen wir aufeinander zugehen, Schuld eingestehen und konkret benennen. Vergebung darf erbeten, jedoch niemals gefordert werden. In der Folge kann Vergebung gewährt werden. Das bedeutet, dem Gegenüber die erlittene Verletzung nicht mehr vorzuwerfen, keine Rache zu üben und mit den Folgen der Verletzung zu leben. Auf dieser Grundlage kann wieder Vertrauen wachsen und Beziehung gebaut werden.
Wenn schon Versöhnung zwischen Menschen kostbar ist, wie viel mehr ist sie es zwischen Gott und Menschen! Aber wieso braucht es da Versöhnung? Haben wir Menschen Gott verletzt? Das Thema erschliesst sich von Gottes Heiligkeit her, die es nicht einfach hinnehmen kann, wenn wir Gott nicht als Gott ehren. Mit dem Sündenfall Adams hat sich die Menschheit gegen Gott aufgelehnt, was jeder Mensch heute auf seine Weise fortführt.
So, wie Gott heilig ist, ist er auch Liebe. Deshalb ergriff er in Jesus die Initiative und sühnte mit dem stellvertretenden Tod des Unschuldigen für die Schuldigen die Auflehnung gegen ihn. Gott trägt und überwindet die Folgen des menschlichen Fehlverhaltens ihm gegenüber und bietet Versöhnung an. Bekennt sich der Mensch schuldig und bittet um Vergebung, nimmt er Gottes Versöhnung an und wird von ihm gerecht gesprochen. Fortan lebt er im Frieden mit dem, der ihm das Leben gegeben hat. Mit dieser guten Nachricht sendet uns Gott als seine Botschafterinnen und Botschafter, um nachdrücklich zu seiner angebotenen Versöhnung einzuladen.
Glaubwürdig sind wir und unsere Botschaft dabei nur, wenn wir selbst versöhnt leben und uns eingestehen, auf Vergebung angewiesen zu sein. Versöhnung mit Gott wird für die Menschen erst erstrebenswert, wenn wir ihnen Gottes Herr- lichkeit und Heiligkeit sowie die menschliche Entfremdung von und Auflehnung gegen Gott mit verständlichen Worten vor Augen führen.
Reflexionsfragen
- Warum ist Gott Versöhnung zwischen ihm und seiner Schöpfung bzw. seinen Ebenbildern so wichtig?
- Was hat Gott alles von sich aus unternommen, um Versöhnung anbieten zu können?
- Wie kann ich die Bedeutung der Versöhnung mit Gott meinen Mitmenschen nahebringen
- Was ist seitens der verletzten Person und was seitens der verletzenden Person notwendig, damit Versöhnung stattfindet?
So können wir beten
Lob & Dank
- Wir danken Gott für seine Heiligkeit, die keinen Raum für Böses lässt.
- Wir loben Gott für seine Liebe, die sich selbst für uns gegeben und Versöhnung geschaffen hat.
- Wir danken Gott, dass wir unser Leben versöhnt und im Frieden mit ihm gestalten können.
- Wir danken Gott, uns einen Weg für zwischenmenschliche Versöhnung eröffnet zu haben.
Buße
- Wir bekennen, dass wir die Bedeutung der Heiligkeit Gottes oft völlig unterschätzen.
- Wir bitten um Vergebung, Gottes dienendes Handeln aus Liebe als Selbstverständlichkeit zu behandeln.
- Wir bekennen, gerne über Versöhnung zu reden und sie nur teilweise zu leben.
- Wir bekennen, unserem Auftrag als Botschafter Gottes nur begrenzt nachzukommen.
Fürbitte
- Wir bitten, dass wir in unserem Umfeld aktiv Versöhnung an- streben, unterstützen und leben.
- Wir beten, dass wir mutig Jesus und sein Werk der Versöhnung verkünden und Gottes Geist mächtig wirkt.
- Wir beten, dass Gottes Gemeinde ihre prophetische Stimme erhebt, Unrecht benennt, zur Umkehr aufruft, den Verletzten zur Seite steht und Versöhnung verkündet.
Praktische Tipps
- Tragt persönliche oder gehörte Beispiele erlebter Versöhnung als «Opfer» wie auch als «Täter» zusammen und dankt Gott für sein Wirken.
- Fragt miteinander, wo ihr konkrete persönliche oder systematische Verletzung und Ungerechtigkeit wahrnehmt. Betet für Schritte zur Versöhnung.
- Listet Punkte auf, die unsere Mitmenschen erkennen müssen, damit sie Versöhnung mit Gott erleben wollen. Betet um Weisheit, wie ihr diese Punkte vermitteln und vorleben könnt.