MUTIG IN DIE ZUKUNFT

EINE MISSION – Mit Hand und Fuß

Samstag, 16. Januar 2027

Bibeltext des Tages

… und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr für einen von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr für mich getan.

Matthäus 25,40

Meditation

Luther hat den Abschnitt Matthäus 25,31-46 mit «Vom Endgericht» überschrieben. Darf man so noch reden? Oder ist das zu radikal? Von der tätigen Liebe reden, die Auswirkungen hat auf mein Leben und das Leben meines Nächsten im Jetzt und bis in die Ewigkeit: ja, das darf beziehungsweise muss man sogar!

Nur eben – und hier sind wir bereits beim Kern: Mit Reden ist noch gar nichts getan! Dieser Text spricht davon, Essen zu teilen, Durst zu stillen, gastfreundlich mit jedermann zu sein, die Würde des anderen zu schützen und wo nötig wiederherzustellen helfen, zu kleiden, Kranke zu besuchen und auch die Menschen im Gefängnis nicht zu vergessen.

So handelten Menschen und wussten nicht einmal, dass sie so Jesus selber gedient hatten. Denn sie taten es einfach, praktisch für Menschen, auch solche ohne Rang und Namen. Und die anderen, die Frommen, fragten: Ja wo hätten wir dich, Jesus, sehen sollen?

Schauen wir in den Spiegel: Was sehe ich? Wie sehe ich mich selbst, wie den Nächsten und was tue ich? Wie oft sind wir überheblich: Ganz so schlecht bin ich ja nicht wie dieser oder jener. Dem geht es ja schlechter als mir – und dass es ihm so schlecht geht, dafür ist er sicher auch selber schuld. Da bin ich schon ein bisschen besser … Aber der Römerbrief macht in Kapitel 2 klar: «der einem jeden geben wird nach seinen Werken, ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben» (V 6-7) – «Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott» (V 11) – «Denn vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz hören, sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein» (V 13).

Wer sein Apell-Ohr weit offen hat, sieht nur den «Sklaventreiber», das Gesetz. Doch darum geht es Jesus nicht. Er ist gekommen, das Gesetz zu erfüllen (vgl. Mt 5,17), und aus seiner Hingabe schenkt er uns Vergebung, Annahme und Liebe. So kann echte Liebe fliessen: von Gott zu mir, durch mich zum Nächsten und so weiter. So können wir gemeinsam das Leben gelingend, praktisch gestalten; so wie unser König es in Matthäus 25 sagt.

Reflexionsfragen

Lade den Heiligen Geist bewusst ein und lies den Bibeltext nochmals: 

  • Was lösen diese Aussagen von Jesus bei mir aus?
  • Wo erzeugen sie Bestätigung, Zustimmung in mir – wo Irritation, Ablehnung?
  • Welche Erinnerungen und kon kreten Situationen kommen mir in den Sinn?
  • Was will mir Jesus persönlich zeigen, das jetzt für mich wichtig ist, und wie könnte dies in mei nem Alltag konkret aussehen?

Judith Dummermuth-Attinger

Offizierin der Heilsarmee und Vorstandsmitglied der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA)

So können wir beten

Lob & Dank

  • Wir danken für alle Begegnungen, in denen Jesus durch unser Sein und Tun mitten unter Menschen erlebbar wurde.
  • Wir danken für Momente, in denen wir den Mut und die Kraft hatten, gute Werke zu tun.

Buße

  • Vergib uns, wo es mehr um unser Ego, unsere Leistung, unser «gut machen»- oder «gut sein»-Wollen geht.
  • Wir bekennen, wo wir uns die Liebe von dir, Jesus, verdienen wollten. Dabei erleben wir, wie gnädig und barmherzig du mit uns bist, wenn wir ehrlich sind.

Fürbitte

  • Schenke uns den Heiligen Geist, damit wir sehen, was du siehst, und tun, was du tun würdest, Jesus.
  • Lass uns praktische Zeugen und tätige Liebende sein in «Jerusalem», das heisst, bei uns zu Hause, in «Judäa und Samaria», also in unseren jeweiligen Ländern, und «bis an das Ende der Erde» (Apg 1,8).
  • Wir bitten um weitere Arbeiterinnen und Arbeiter für die Ernte!

Praktische Tipps

  • Macht euch zunächst bewusst: Gott ist ein kreativer Gott und hat eine Lösung! Ihr dürft unkompliziert und neugierig sein und müsst keine Berührungsängste haben. Auch aus Fehlern lernt man.
  • Sucht euch Gleichgesinnte zu Gebet, Austausch und Umsetzung. Warum nicht in Nachbars Stall helfen, im Fussballclub das WC putzen o. ä.? Lebt bewusst die Gabe der Gastfreundschaft über Grenzen hinaus; vielleicht habt ihr auch mal Engel zu Besuch?!