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Bemühe dich darum, dich vor Gott zu erweisen als ein angesehener und untadeliger Arbeiter, der das Wort der Wahrheit recht vertritt.
2. Timotheus 2,15
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Meditation
Die richtige Verwaltung der uns von Gott anvertrauten Ressourcen ist ein wichtiges Thema. Hier geht es um eine Ressource, die in besonderer Weise uns Christinnen und Christen anvertraut ist: «das Wort der Wahrheit». Das ist die Ressource, mit der wir als «Arbeiter Gottes» richtig umgehen sollen.
Was bedeutet «recht»? Wir kennen alle die Herausforderung: Wie und wann sage ich wem was aus Gottes Wort? Das ist unser Verantwortungsbereich als «Arbeiter» für Gott. Natürlich sind Christen für Gott mehr als nur Arbeiter! Wir sind erlöste, bedingungslos geliebte Kinder Gottes. Doch hier geht es nicht um die Frage, wer ich vor Gott bin. Sondern: Wie soll ich richtig das Wort der Wahrheit weitergeben? Paulus nennt eine Richtschnur, die uns hilft, in konkreten Situationen weise Entscheidungen zu treffen.
Erstens, ein Arbeiter ist seinem Herrn verpflichtet. In unserer Aufgabe als Verwalter von Gottes «Wort-Ressourcen» ist der Massstab nicht, was uns selbst am besten gefällt oder gut dastehen lässt, sondern das, was Gott mit seinem Wort bei anderen bewirken will.
Daraus ergibt sich, zweitens, dass wir Erfolg («angesehen») und Akzeptanz («untadelig») bei Gott suchen und finden statt bei Menschen. «Angesehen» bedeutet «bewährt»; Bewährung geschieht durch Mut zum Scheitern, Eingestehen von Fehlern und die Bereitschaft dazuzulernen. «Untadelig» bedeutet nicht «perfekt», sondern «sich nicht schämen zu müssen». Sowohl Schande vor Menschen als auch vor uns selbst, ja sogar das, wofür wir uns vor Gott schämen, wird durch das Evangelium zum Schweigen gebracht. Auch dies ist ein Lernprozess von Stolpern, Fallen und Weitergehen.
Wenn wir überlegen, was uns daran hindert, solche bewährten, untadeligen Arbeiter für Gottes Wort zu sein, dann fallen uns oft Menschenfurcht oder das Verwässern der Wahrheit ein. Im Zusammenhang dieses Verses wird noch etwas anderes genannt: Streitereien um Worte und viel Gerede über sonderbare Dinge! Oft reden wir Christen leider deshalb von Gott, weil wir uns so gerne selbst zuhören.
Möge Gott uns immer wieder Selbsterkenntnis und Lernbereitschaft geben, damit wir mit der einmalig wertvollen Ressource seines Wortes so umgehen, wie es dem Ziel Gottes entspricht, «welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kom men» (1. Tim 2,4).
Reflexionsfragen
- Was kann mich davor bewahren, die Aufgabe eines «untadeligen Arbeiters» als Leistungsdruck vor Gott misszuverstehen?
- Wie hilft mir die Richtschnur aus 2. Timotheus 2,15, Gottes Wahrheit weder aus Menschenfurcht vor anderen zu verschweigen noch ohne Einfühlungsvermögen anderen «an den Kopf zu werfen»?
- Wo sehe ich selbst den grössten Bedarf im Lernprozess von 2. Timotheus 2,15?
So können wir beten
Lob & Dank
- Wir danken Gott für diejenigen, die uns das Wort Gottes nahegebracht haben.
- Wir danken für alle Ressourcen, die uns helfen, Gottes Wort besser zu verstehen und anderen weiterzugeben.
- Wir danken Gott für alle, die ihre Karriere, ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren, um Gottes Wort dort weiterzugeben, wo ihm viele Hindernisse entgegenstehen.
Buße
- Es ist uns zu oft egal, ob andere Menschen Gottes Wort der Wahrheit hören können. Herr, erbarme dich.
- Wenn wir mit anderen über Gottes Wort reden, geht es uns oft mehr darum, Recht zu haben, als dem anderen zu dienen. Herr, erbarme dich.
- Es fehlt uns oft die Lernbereitschaft, wie wir Gottes Wort so mit anderen teilen können, dass es Gottes Zielen entspricht. Herr, erbarme dich.
Fürbitte
- Bewahre uns davor, Anerkennung in sichtbarem Erfolg zu suchen, statt bei dir, und unseren Strategien mehr zuzutrauen als deinem Wort.
- Schenke uns eine grössere Liebe zu deinem Wort als zu unseren Gaben und Diensten.
- Mach uns zu Menschen, die so von deinem Evangelium ergriffen sind, dass wir uns von ihm dorthin bewegen lassen, wo du deine Arbeiter brauchst.
Praktische Tipps
- Tauscht darüber aus, wie ihr selbst mit dem «Wort der Wahrheit» in Berührung gekommen seid und was ihr daraus lernen könnt, um es anderen weiterzugeben.
- Überlegt, welche Menschen in eurem Umfeld Christen brauchen, die Gottes Wort mit ihnen teilen. Tragt eure Erfahrungen und Ideen zusammen über die Hindernisse und Chancen, damit sie Gottes Wort hören und verstehen können.
- Übt euch darin, «untadelig» zu sein, also euch nicht schämen zu müssen: Ihr könnt zu eurer Ratlosigkeit stehen und euch für Fehler entschuldigen.