MUTIG IN DIE ZUKUNFT

Jesus im Blick

Sonntag, 10. Januar 2027

Bibeltext des Tages

Als sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: Herr, du hast Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht.

Apostelgeschichte 4,24

Meditation

Viele Menschen sorgen sich um die Zukunft. Kriege, gesellschaftliche Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und der schwindende Einfluss des christlichen Glaubens prägen unseren Alltag. Auch Gemeinden fragen sich, wie sie in solch einer Zeit hoffnungsvoll vorwärtsgehen können.

Die ersten Christen standen vor ähnlichen Herausforderungen. Nachdem Petrus und Johannes einen Gelähmten geheilt hatten, wurden sie bedroht und sollten schweigen. Es wäre nachvollziehbar gewesen, jetzt vorsichtiger zu sein. Doch die Gemeinde kam stattdessen zum Gebet zusammen.

Es ist bemerkenswert, wie dieses Gebet beginnt. Die Christen sprechen nicht zuerst über ihre Gegner, ihre Angst oder ihre Pläne. Sie richten ihren Blick auf Gott: «Herr, du hast Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht.» Sie erinnern sich zuerst daran, wer Gott ist, bevor sie ihre Sorgen ansprechen.

Aus dieser Sicht wächst Mut. Wer den Schöpfer im Blick hat, sieht die Zukunft anders. Die Herausforderungen bleiben, aber Gott erscheint grösser. Deshalb bitten sie nicht um ein leichteres Leben oder um Schutz vor allen Schwierigkeiten. Ihre Bitte ist: «Gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort» (Apg 4,29). Sie wünschen sich nicht bequemere Umstände, sondern mehr Mut, Jesus treu zu bezeugen.

Diese Sichtweise fordert uns bis heute heraus. Wir beten oft zuerst, dass unsere Probleme verschwinden. Die erste Gemeinde bittet dagegen um ein Herz, das trotz Widerständen mutig bleibt. Sie weiss: Die Zukunft der Kirche hängt nicht von günstigen Umständen ab, sondern von Gottes Gegenwart und seinem Wirken.

Deshalb beginnt geistliche Erneuerung immer damit, gemeinsam auf Jesus zu schauen. Wo Gemeinden Gott zusammen suchen, wächst Vertrauen. Wo Menschen miteinander beten, schenkt der Heilige Geist neue Freimütigkeit. Die Zukunft wird nicht zuerst durch unsere Pläne gestaltet, sondern durch Menschen, die gemeinsam auf Christus schauen und sich von ihm senden lassen.

Mutig in die Zukunft zu gehen, heisst nicht, keine Angst zu haben. Es bedeutet, dass Jesus grösser ist als alles, was uns Angst macht.

Reflexionsfragen

  • Worauf richtet sich mein Blick, wenn ich an die Zukunft denke – auf die Herausforderungen oder auf Christus?
  • Wofür bete ich zuerst: für veränderte Umstände oder für mehr Freimut, Jesus zu bezeugen?
  • Wie kann meine Kirche neu zu einem Ort werden, an dem gemeinsames Gebet Hoffnung und Mut wachsen lässt?

Christian Kuhn

Direktor des Réseau évangélique suisse (RES)

So können wir beten

Lob & Dank

Wir danken dir, Jesus Christus, dass du Herr über Geschichte und Zukunft bist. Danke, dass deine Gemeinde nie auf sich allein gestellt ist. Du hörst unser gemeinsames Gebet, schenkst Hoffnung und erfüllst Menschen mit neuer Freimütigkeit.

Buße

Herr, vergib uns, wenn wir mehr auf unsere Sorgen als auf dich schauen. Vergib uns, wo Angst unser Reden und Handeln bestimmt hat. Richte unseren Blick neu auf dich und schenke uns Vertrauen statt Resignation.

Fürbitte

Wir bitten dich für unsere Gemeinden: Entfache neu die Freude am gemeinsamen Gebet. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist und schenke uns Freimut, das Evangelium liebevoll und klar weiterzugeben – gerade in einer Zeit, in der viele Orientierung suchen.

Praktische Tipps

Startet mit fünf Minuten Anbetung, ohne Fürbitten zu nennen. Richtet euren Blick bewusst auf Gottes Grösse. Danach nennt jede Person eine Herausforderung, die ihr Sorgen macht. Formuliert daraus keine Problembeschreibung, sondern bittet um Freimut und Vertrauen. Beendet den Gebetsabend mit einem gemeinsamen Gebet für eure Stadt oder Region.